Sowohl Meister EDER als auch Künstliche INTELLIGENZ

Schreinerei Hierbeck ist neues Mitglied im Niederbayern-Forum – Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich beim Firmenbesuch vor Ort

Schöllnach. Dass der neue Pumuckl-Film im Moment den Schreinerberuf wieder in die Köpfe junger Menschen bringt, ist eine tolle Werbung. Doch auch so ist das Image des Schreiners hervorragend sagt Thomas Hierbeck, der mit seiner Frau Bettina in mittlerweile fünfter Generation die Schreinerei Hierbeck im Herzen von Schöllnach betreibt.

Als er damals vom Vater übernommen hat, sei ihm der Bau einer Halle auf der grünen Wiese empfohlen worden. „Wir entschieden aber, hier zu bleiben“, blickt er zurück. Durch die Nähe zu Schulen und auch Kindergärten habe man immer Kontakt zur Jugend und auch deshalb keine Probleme Nachwuchs zu gewinnen. Rund 50 Azubis wurden in den letzten 20 Jahren ausgebildet. Fest angestellt sind derzeit 24 Mitarbeiter, wobei an die Schreinerei, die auf eine über 150-jährige Tradition zurückblicken kann, auch ein Bestattungsinstitut angegliedert ist. (früher üblich, weshalb der Name auch auf „Schrein“ zurückgeht).

Eine besondere Leidenschaft von Thomas Hierbeck ist aber der Denkmalschutz und so bekommt er häufig Aufträge, bei denen handwerkliches Fingerspitzengefühl und großes Können gefragt sind. Beim Rundgang zeigte er etwa auf die Spitzbögenfenster oder die historischen Tore, die beim Brand des Rathauses in Straubing zerstört wurden und nun in seiner Schreinerei wiederauferstehen. „Ich habe einfach tolle Leute“, schwärmt Hierbeck und betont, dass diese mit allen Maschinen umgehen können. „Der Schreiner geht mit seinem Werkstück von Maschine zu Maschine. Unsere Stärke ist, dass jeder alles kann.“ Ebenso nutzt der Firmenchef zunehmend Künstliche Intelligenz, wenn es beispielsweise um die Konstruktion im Vorfeld geht.

Neue Wege schlägt der Obermeister der Schreinerinnung Deggendorf auch bei der Energieversorgung ein. Seine Holzabfälle nutzt er, um mit einem Hackschnitzelheizwerk mehrere Häuser zu heizen, dazu wird eine PV-Anlage samt Stromspeicher genutzt und wenn was übrigbleibt, wird ein großer Wassertank aufgeheizt. „Alles mit dem Fokus auf den Eigenverbrauch, nur so macht es Sinn“, ist Hierbeck überzeugt.

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich freute sich als Vorsitzender des Niederbayern-Forums, dass die Schreinerei Hierbeck nun auch im Niederbayern-Forum Mitglied ist. „Genau solche Unternehmer, die einen großen Optimismus ausstrahlen, brauchen wir in Niederbayern“, so Heinrich. Thomas Hierbeck entschied sich für eine Mitgliedschaft, weil er es wichtig finde, dass man damit eine regionale Marke aufbaut. „Zusammenhalt und Zusammenarbeit brauchen wir in Zukunft. Niederbayern ist mehr als nur Industrie – in der Masse ist das Handwerk ein sehr stabilisierender Faktor“, unterstrich Hierbeck, der seit zwei Jahren auch Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz sowie in der Vorstandschaft ist. Auch in seiner Funktion als 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Unternehmensführung im Handwerk will er seinen Anteil dazu beitragen, das Handwerk insgesamt zu positionieren. „Wir brauchen uns nicht unter Wert zu verkaufen.“

Dem stimmte auch der Deggendorfer Landrat Bernd Sibler voll und ganz zu, für den der Betrieb fast ein Heimspiel war, nachdem seine beiden Söhne hier ihre Schreinerausbildung absolviert haben. Auch der Geschäftsführer des vom bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten Niederbayern-Forums, Dr. Reinhard Saller, bedankte sich für die interessante Führung bei Thomas und Bettina Hierbeck für den Austausch. „Betriebe wie die Schreinerei Hierbeck wollen wir als Standortinitiative für Niederbayern verstärkt sichtbar machen. Sie verkörpern regionale Verwurzelung und unternehmerische Weiterentwicklung gleichermaßen.“

Bildunterschrift:
Landrat Bernd Sibler (v. l.), Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Thomas und Bettina Hierbeck, Dr. Reinhard Saller, Geschäftsführer Niederbayern-Forum und Bürgermeister Alois Oswald.
Foto:
Bezirk Niederbayern, Manuela Lang

 

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